Mediation in Wirtschaft und Beruf

„Dass wir miteinander reden können, macht uns zu Menschen.“
Karl Jaspers, dt. Philosoph

Gewaltfrei kommunizieren. Konflikte lösen.

Was ist Mediation?

Mediation ist eine alternative Form der Konfliktlösung, bei der ein allparteilicher Mediator die Konfliktparteien befähigt, eine für alle Beteiligten tragfähige Lösung zu erarbeiten. Dabei folgt die Mediation einem festgelegten Verfahrensablauf, gemeinsam vereinbarten Regeln (zum Beispiel Vertraulichkeit) und der Idee von Freiwilligkeit und Selbstverantwortung. Gepaart mit dem Ansatz der gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg ist Mediation ein neuer Weg für den wertschätzenden, mitmenschlichen Umgang in Wirtschaft und Beruf.

Warum Mediation?

Mediation ist ein Verfahren zur außergerichtlichen Konfliktbeilegung und beruht auf dem Mediationsgesetz von 2012. Dort sind die Standards für Mediationen geregelt. Im Vergleich zu Gerichtsverfahren ist Mediation deutlich preisgünstiger und wird auch von den meisten Rechtsschutzversicherungen befürwortet. Außerdem kommen Mediationen zeitlich schneller ans Ziel, da die Teilnehmer freiwillig und lösungsorientiert an der gemeinsamen Lösung arbeiten.

Wie arbeitet eine Mediatorin?

Eine Mediatorin ist emotional nicht vom Konflikt betroffen. Durch aktives, emphatisches Zuhören verschafft sie sich einen Eindruck von den Anliegen der Konfliktparteien und steht diesen neutral und allparteilich gegenüber. Ihr Ziel ist es, den Beteiligten einen wertschätzenden Umgang miteinander zu ermöglichen, jedem den gleichen Redeanteil einzuräumen und durch Zusammenfassen des Gesagten Klarheit zu schaffen. Damit befähigt sie die Medianten, selbst eine einvernehmliche Klärung zu erarbeiten.

So läuft Mediation vereinfacht dargestellt ab:

  • Vorgespräch, um zu erfahren, worum es geht
  • Vorbereitung der Mediatorin
  • Klärungsphase (Was sind die Konfliktpunkte aus Sicht der Beteiligten?)
  • Erhellungsphase (die Interessen und Gefühle des anderen verstehen)
  • Lösungsphase (kreative Ideensuche)
  • Bewertung der Ideen durch die Medianten
  • Vereinbarung zur gefundenen Lösung

Eine Mediationssitzung dauert bei zwei Konfliktparteien circa 1,5 Stunden und der Konflikt kann in der Regel nach 2 bis 3 Sitzungen gelöst sein. Bei Teammediation gelten andere Zeiten, die mit dem Auftraggeber individuell abgestimmt werden.

Hier kann Mediation helfen

Auseinandersetzungen in Unternehmen, gleich aus welchen Gründen, kosten Kraft, Zeit und damit Geld. Wenn ein Team mehr Energie auf den Konflikt als auf die Zusammenarbeit verwendet, ist das Scheitern vorhersehbar. Gleiches gilt für Klärungsbedarf mit Geschäftspartnern oder Kunden. Schnell kann aus unterschiedlichen Sichtweisen ein Abbruch der Geschäftsbeziehung werden.

Situationen, in denen Mediation helfen kann:

  • Spannungen im Team (Mitarbeiter untereinander)
  • Differenzen aus der Chefrolle
  • Spannungen mit einem einzelnen Mitarbeiter
  • Konflikte durch Umstrukturierung
  • Unsicherheit nach Unternehmenszusammenschluss
  • Überlegungen zur Nachfolgeregelung
  • Streitigkeiten zu Arbeitszeugnissen oder Beurteilungsgesprächen
  • Unstimmigkeiten über die Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses
  • Spannungen in Projekten
  • Unterschiedliche Sichtweisen bei der Auftragserfüllung
  • Auseinandersetzung zur Rechnungshöhe

Marianne Becker ist Mitglied im Bundesverband Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt (BMWA®) und auf Wirtschaftsmediation spezialisiert.

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